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KINDERSCHUTZ UND KINDESWOHL

Was versteht man unter Kindeswohl?

Der Begriff "Kindeswohl" ist kein eindeutig zu definierender Begriff. Für die SozialarbeiterIn/den Sozialarbeiter gibt es einige Richtlinien, auf Grund derer beurteilt wird, ob das "Kindeswohl" gefährdet ist oder nicht. Diese sind insbesondere im §138 ABGB näher angeführt.

Wenn Sie als ObsorgeträgerIn dafür Sorge tragen können;

  • dass Sie den Lebensunterhalt der Familie sichern können
  • dass Sie Ihrem Kind/Ihren Kindern regelmäßig und ausreichend Nahrung bieten können, und Sie einen hygienischen Grundstandard wahren können, Ihrem Kind/Ihren Kindern der Jahreszeit entsprechende Kleidung zur Verfügung stellen können
  • dass Ihr Wohnraum entsprechend zur Familiengröße ausreicht
  • dass Sie unter den Familienmitgliedern eine förderliche Beziehung entwickeln und diese auch leben können
  • dass Sie keine körperliche und psychische Gewalt in der Familie erleben/ausleben
  • dass sich Ihr Kind/Ihre Kinder entsprechend ihrer psychischen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten altersgemäß entwickeln kann/können
  • dass Ihrem Kind/Ihren Kindern die notwendige Versorgung (Arzt, Kindergarten, Schule usw.) zur Verfügung steht
  • dass Sie ausreichend die Verantwortung für Ihr Kind/Ihre Kinder übernehmen können, diese vor Gefahren und psychischer/körperlicher Gewalt schützen, Ihnen gesellschaftliche Werte und Normen beibringen und Ihrem Kind/Ihren Kindern mit ausreichender Wertschätzung und Konstanz begegnen

sind die Richtlinien des "Kindeswohles" zu einem großen Teil erfüllt.
 

Wer kann sich an die Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Innsbruck wenden?

Grundsätzlich kann sich jede Bürgerin/jeder Bürger an die zuständige Kinder- und Jugendhilfe wenden, wenn Sie den Eindruck haben, dass

  • Kinder in ihrer näheren Umgebung, Verwandtschaft durch Personen gefährdet oder auffällig in ihrem Verhalten sind.
  • "ungeborene Kinder" durch das Verhalten ihrer Mütter, ihrer Väter oder anderen Personen gefährdet sind. 
     
     

Was ist eine Gefährdungsmeldung?

Eine Gefährdungsmeldung ist eine telefonische, persönliche oder schriftliche Meldung an die zuständige Kinder- und Jugendhilfe. Wenn Sie den Verdacht haben oder vermuten, dass Kindeseltern mit der Versorgung ihres Kindes/ihrer Kinder überfordert sind oder ihr Kind/ihre Kinder vernachlässigen, misshandeln oder missbrauchen, dann können Sie eine Meldung an das Amt für Kinder- und Jugendhilfe machen.  
 

Wie kann man eine Gefährdung eines Kindeswohls an die Kinder- und Jugendhilfe weiterleiten?

Eine Kindeswohlgefährdung kann telefonisch, persönlich oder schriftlich (Formular) an die Kinder- und Jugendhilfe weitergeleitet werden. Sie können die Meldung auch anonym machen. Das Hinterlassen des Namens und der Telefonnummer des Melders/der Melderin ist insofern hilfreich, als dass die zuständige Sozialarbeiterin/der zuständige Sozialarbeiter den Melder/die Melderin kontaktieren kann, sollte es offene Fragen geben oder weitere Informationen benötigt werden.
 

Was passiert nach einer Gefährdungsmeldung von Seiten der Kinder- und Jugendhilfe?

Der Sozialarbeiter/die Sozialarbeiterin wird die betroffene Familie zu Hause aufsuchen. Je nach Sachlage wird ein unangemeldeter oder ein angemeldeter Hausbesuch bei der betroffenen Familie stattfinden. Susanna Lillig hat die Abklärung einer Meldung in Phasen eingeteilt. Die unten formulierte Reihenfolge ist nicht zwingend einzuhalten und es gibt auch Abklärungen, bei denen nicht alle unten stehenden Phasen erforderlich sind.

1. Der erste Schritt geht von Ihnen als Bürger und als BürgerInnen, ebenso wie von MitarbeiterInnen sozialer Einrichtungen  aus. Wenn Sie ein Kindeswohl gefährdet sehen, dann können Sie das der zuständigen Kinder- und Jugendhilfe persönlich, schriftlich und/oder telefonisch melden. Die Meldung kann auch von Ihnen als betroffene Obsorgeträgerin oder als betroffener Obsorgeträger als Selbstmeldung eingehen.

2. Wenn eine Meldung in der Kinder- und Jugendhilfe über eine Gefährdung eines Kindes/mehrer Kinder eingeht, dann wird die zuständige Sozialarbeiterin/der zuständige Sozialarbeiter mit den beteiligten Personen Kontakt aufnehmen. Die Sozialarbeiterin/der Sozialarbeiter wird so zu sagen einen Augenschein in der Familie nehmen und versuchen so viel wie möglich an Informationen über die Situation zu erfahren.

3. Die Sozialarbeiterin/der Sozialarbeiter wird - wenn notwendig - noch vor Ort eine Einschätzung tätigen. In dieser Einschätzung ist zu klären, ob die Sozialarbeiterin/der Sozialarbeiter sofort eine Handlung setzen muss oder weitere Kontakte mit den beteiligten Personen erforderlich sind.

4. Die Sozialarbeiterin/der Sozialarbeiter erstellt - wenn notwendig - und im bestem Falle im Einvernehmen mit Ihnen als Obsorgeträgerin bzw. mit Ihnen als Obsorgeträger einen Plan zur Unterstützung und Lösung der jeweilige Problematik auf. Der Hilfeprozess wird laufend mit Ihnen und allen Beteiligten besprochen und wenn notwendig neu formiert.

5. Wenn mit Ihnen als Obsorgeträgerin bzw. als Obsorgeträger kein Einvernehmen herzustellen ist und das Kind aus Sicht der Sozialarbeiterin/des Sozialarbeiters gefährdet scheint, dann ist die Sozialarbeiterin/der Sozialarbeiter verpflichtet das Pflegschaftsgericht zu informieren und entsprechende Anträge einzubringen.

 

Welche Unterstützungen kann die Kinder- und Jugendhilfe anbieten?

In der Sozialarbeit kann die Kinder- und Jugendhilfe Ihnen folgende Unterstützung anbieten:

  • Beratung
  • Schutz (wie z.B. die Gefährdungsabklärung)
  • Adoptionen begleiten
  • Pflegeeltern begleiten und werben
  • Einleiten von unterstützenden Maßnahmen für Kinder und Jugendliche und deren Familien
     

In der Rechtsvertretung kann die Kinder- und Jugendhilfe Ihnen folgende Unterstützung anbieten:

  • Beratung
  • Klärung der Abstammung - Vaterschaftsanerkennung
  • Sicherung des Geldunterhaltes für Ihr Kind/Ihre Kinder
  • Regelung von Regressansprüchen 

     

Welche unterstützenden Maßnahmen für Kinder, Jugendliche und deren Familien kann die Kinder- und Jugendhilfe anbieten?

Die unterstützenden Maßnahmen zur "Hilfe der Erziehung" Minderjähriger sind:

  • ambulante Betreuung: Die ambulante Betreuung unterstützt Sie als Familie in Ihrem gewohnten Umfeld, und erarbeitet gemeinsam mit Ihnen Lösungen für Ihre individuellen Problemlagen. Dieses Angebot kann auch Gruppen umfassen.
  • unterstützende Tagesstrukturen: Die unterstüztenden Tagesstrukturen werden vorwiegend von anerkannten Einrichtungen geleistet und werden nur in Ausnahmesituationen zugestanden.
  • stationäre Aufnahme in einer Kinder- bzw. Jugendeinrichtung: Eine stationäre Aufnahme in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe kann erfolgen, wenn Sie als Eltern mit der Erziehung Ihres Kindes/Ihrer Kinder überfordert sind und eine andere unterstützende Maßnahme nicht mehr ausreicht. Die Kosten der Unterbringung werden von der Kinder- und Jugendhilfe übernommen, jedoch werden Sie als Eltern im Zuge Ihrer Unterhaltsverpflichtung aufgefordert einen angemessenen Beitrag zu leisten. 

     

Die gesetzlichen Bestimmungen zur Gefährdungsabklärung, Hilfeplanung und Erziehungshilfen finden Sie in §§37 ff Tiroler Kinder- und Jugendhilfegesetz (TKJHG 2013).

 

Wie findet man die zuständige Sozialarbeiterin/den zuständigen Sozialarbeiter?

Die Zuständigkeit der SozialarbeiterInnen des Amtes für Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Innsbruck richtet sich nach Wählersprengel (so genannte Sprengelsozialarbeit). Auf Grund dessen kann keine allgemeine Angabe über die Zuständigkeit gemacht werden. Hierfür werden Sie gebeten, sich an das Sekretariat mit der Nummer 0512-5360-9228 zu wenden. Dort erhalten Sie wichtige Informationen, sowie nach Angabe der Wohnadresse des Kindes/der Kinder Auskünfte betreffend die zuständige Sozialarbeiterin/den zuständigen Sozialarbeiter.

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Kontakt

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Ing.-Etzel-Straße 5
2. Stock
Tel.: +43 512 5360 9228
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