Wie klingt der Ursprung von Trinkwasser?
Wie klingt der Ursprung von Innsbrucks Trinkwasser? Und was verändert sich, wenn ein Lebensmittel nicht über Bilder oder Geschmack, sondern über Geräusche erfahrbar wird?
Zwischen Innufer, Verkehrslärm und Spazierwegen lädt eine Kunstinstallation dazu ein, in die Klangwelt eines ganz besonderen Lebensmittels einzutauchen. Die „Hörverbindung zur Quelle“ führt akustisch tief in die Berge rund um die Tiroler Landeshauptstadt und lässt die Klangporträts jener neun Wasserquellen hörbar werden, die Innsbrucks Trinkwasserversorgung sichern.
Eine ausrangierte Telefonzelle wird zu einem Kunstwerk transformiert, im Stadtraum positioniert und als Hör-Raum neu bespielt.

Bosko Gastager in der „Hörverbindung zur Quelle“, einer akustischen Verbindung zu den Ursprüngen des Innsbrucker Trinkwassers.© Udo Frizzi, 2026
Wo ist die Kunstinstallation?
Sie finden sie am Innufer nahe der Kneippanlage am Lodenareal:
Was erlebe ich, wenn ich Innsbrucks Quellen höre?
Über einen Telefonapparat mit anwählbaren Nummern können neun Audioaufnahmen abgerufen werden. Jede Nummer ist einer Quelle zugeordnet, die Teil der Innsbrucker Trinkwasserversorgung ist. Mit der Anwahl wird die Verbindung hergestellt: Die jeweilige Quelle wird über den Telefonhörer hörbar.
Feines Tropfen, gleichmäßiges Rinnen, kräftiges Fließen sowie Resonanzen in Gestein und Hohlräumen verdichten sich zu akustischen Landschaften. Beim Hören entstehen innere Bilder jener Orte in den Bergen rund um Innsbruck, an denen das Wasser entspringt. Indem seine Quellen hörbar werden, erscheint es nicht mehr als selbstverständliche Ressource, sondern als Teil eines lebendigen Prozesses – als Bewegung, Veränderung und Ausdruck eines größeren ökologischen Zusammenhangs.
Die Arbeit macht die elementare Welt des Wassers akustisch zugänglich und eröffnet einen sinnlich geprägten Zugang zu einem essenziellen Lebenselixier. Die „Hörverbindung zur Quelle“ lenkt die Konzentration auf den Ursprung unseres Trinkwassers und ermöglicht, eine scheinbar selbstverständliche Ressource einmal anders wahrzunehmen als gewohnt. Dadurch entsteht eine Form der Annäherung, die weniger auf Information als auf Erfahrung basiert.

Kata Hinterlechner und Bosko Gastager neben der „Hörverbindung zur Quelle“ – eine akustische Verbindung zu den Ursprüngen des Innsbrucker Trinkwassers.© Udo Frizzi, 2026
Wer ist verantwortlich für die "Hörverbindung zur Quelle?
Weitere Infos zu den Künstler:innen und der Verbindung mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol finden Sie hier:
Text: Mag.a Lea Stoll, MA, Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising BSVT, Kunsthistorikerin und Kuratorin des Projekts, Bosko Gastager und Kata Hinterlechner, Künstler:innen, angepasst durch Web-Redaktion.

