Taubenturm im Rapoldipark

Mit diesem Pilotprojekt finden die Innsbrucker Stadttauben ein neues Zuhause, um deren Population tierschutzgerecht und nachhaltig zu reduzieren.

eine achteckige Holzkonstruktion mit vielen einzelnen Fächern und einem Dach, im Hintergrund das Hallenbad Amraser Straße

Der neue Taubenturm im Rapoldipark kurz vor dem Bezug durch die Stadttauben© Stadt Innsbruck/FB

Ein neues Zuhause im Rapoldipark

Der Taubenturm erfüllt zwei wichtige Funktionen: Zum einen können die Tauben hier mit artgerechter Nahrung versorgt werden. Stadttauben ernähren sich oft von Essensresten, da sie in den meisten Städten nicht ausreichend artgerechte Nahrung finden, was zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen führt. Zum anderen bietet der Turm den Vögeln einen ungestörten Ort als Heim- und Brutstätte. Zur Kontrolle der Populationsgröße werden dann Eier mit Attrappen ausgetauscht und so die Population tierschutzgerecht reduziert.

Herkunft der Stadttaube

Die meisten urbanen Gegenden werden früher oder später von Stadttauben bewohnt. Diese wieder zu vergrämen, stellt sich als äußerst kompliziert und hartnäckig heraus. Dafür gibt es Gründe:

Die Stadttaube entstammt der Felsentaube und wurde bereits vor tausenden Jahren domestiziert. Ihre Eier, das Fleisch, der Kot als Dünger und ihr sogenanntes Brieftauben-Verhalten wurden von Menschen lange geschätzt und gefördert. In vielen Religionen und Kulturen symbolisiert sie Frieden, Fruchtbarkeit oder auch Reinheit. Menschen brachten sie dazu, drei bis sechs Mal pro Jahr zu brüten und immer punktgenau an ihren Geburtsort zurückzukehren. Seit circa 100 Jahren ist ihr Nutzen allerdings stetig gesunken und sie wurde aus ihren Taubenschlägen, -kogel oder -türmen auf die Straßen verbannt. Seitdem suchen die verwilderten Tauben den Kontakt zu Menschen, in der Hoffnung, Futter und eine Herberge zu bekommen. Würde man Stadttauben in großer Menge einfangen und in einem idyllischen Waldstück aussetzen, so würden diese sofort wieder in urbane Gegenden fliegen, da sie von Menschen besiedelte Städte als ihre eigene ökologische Nische bestimmt haben.

Platz für Stadttauben schaffen

Es braucht also einen Ort, an dem Tauben ihren Platz finden und geduldet werden. Hierfür wurde ein umfangreiches Taubenkonzept erstellt, das den Taubenbestand in Innsbruck nachhaltig und tierschutzgerecht kontrolliert. Zentraler Bestandteil dabei sind betreute Brutstätten, wie der Taubenturm im Rapoldipark, der gemeinsam mit der gemeinnützigen Tischlerei Artis gebaut und aufgestellt wurde. Weitere Unterstützung für das Projekt kommt vom Alpenzoo und dem Tierheim Mentlberg (Tierschutzverein für Tirol 1881). So gelingt es der Stadt Innsbruck, mittelfristig einen gesunden und kontrollierten Bestand an Stadttauben zu erreichen. 

Stand

Eine erste Evaluierung hat ergeben, dass das Gros der Ziele bereits erreicht wurde. Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung. 

Beteiligung

Entstanden ist die Idee aus der Arbeitsgruppe Tierschutz. Diese besteht aus dem Vorstand des Tierheim Mentlberg, dem Direktor des Alpenzoos, Mandatar:innen der im Gemeinderat vertretenen Parteien und dem städtischen Wildtierbeauftragten.

Kosten

Die Kosten belaufen sich insgesamt auf knapp 10.000 Euro für die Aufstellung und den Unterhalt von zwei Taubentürmen (der zweite wird demnächst aufgestellt). 

Beschlüsse

Unter 25.000 Euro ist keine politische Beschlussfassung vorgesehen.

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