
Visualisierung des neuen Bozner Platzes nach dem Entwurf des Wiener Landschaftsplanungsbüros EGKK© EGKK Landschaftsarchitektur/Schreiner Kastler
Eine neue Piazza für Innsbruck
Der Bozner Platz ist einer der zentralen Plätze in der Innsbrucker Innenstadt, dessen Gestalt und Aufenthaltsqualität mit der Umgestaltung nun die Erwartungen an einen urbanen öffentlichen Begegnungsraum erfüllt. Dazu wurde 2020/2021 ein landschaftsplanerischer Gestaltungswettbewerb durchgeführt, bei dem der Entwurf des Wiener Landschaftsplanungsbüros EGKK aus 58 Einreichungen von einer hochkarätigen Jury unter der Leitung von Prof. Maria Auböck zum Siegerprojekt gekürt wurde.
Verweilen und Genießen
Das große Potenzial auf dem von Gebäuden gerahmten Platz kann nunmehr genutzt werden: Die Anlage bestehend aus dem zentral gelegenen Brunnen und den angrenzenden Fassaden mit zahlreichen Nutzungen im Erdgeschoss (Gastronomie, Handel, Bank und andere) wurde durch die Neugestaltung voll zur Geltung gebracht. Den Einheimischen und Gästen der Stadt wird der Platz wieder als Verweil- und Aufenthaltsort präsentiert. Es entstand ein lebendiger Ort mit vielen Sitzmöglichkeiten zum Erholen und Genießen mitten in der Stadt. Durch eine harmonische Oberflächengestaltung wird der Platz nun bis zu den Häuserfassaden geführt, entfaltet so seine räumliche Dimension und wirkt nachhaltig als zusammenhängender städtischer Freiraum.
Vielfältig nutzbare Flächen
Die Neugestaltung macht den Platz vielfältig nutzbar und ermöglicht flexible Bespielungen. In der Mitte ist um den Rudolfsbrunnen ein konsumfreier Aufenthaltsbereich entstanden. 31 zukunftsfähige Bäume bilden ein lebendes grünes Sonnendach, das im Sommer für angenehme Kühle und Schatten sorgt. Zudem erhöht das Grün in der Stadt die ästhetische Qualität. Eine großzügig gestaltete Fläche in Richtung Wilhelm-Greil-Straße bietet zum Beispiel Platz für einen Markt, Veranstaltungen oder Feste. An den Rändern des Platzes gibt es mehr Fläche für neue Gastgärten, um das gastronomische Angebot vor Ort zu erweitern und den Gästen mehr Aufenthaltsqualität zu bieten. Hier sind neue Treffpunkte für Innsbruck entstanden.
Inklusive Gestaltung
Durch die Neugestaltung des Bozner Platzes wurde ein öffentlicher Raum für alle Bevölkerungsgruppen in der Stadt geschaffen. Konsumfreie Bereiche bieten neue Räume für jüngere und ältere Menschen. Die inklusive und barrierefreie Gestaltung sorgt für hohen Komfort für unterschiedliche Nutzer:innengruppen. Neu gestaltete Zonen für Gastgärten laden zum Verweilen und Genießen in der angrenzenden Gastronomie ein. Das großzügige Beleuchtungskonzept und das gut durchdachte Pflanzkonzept schaffen einen sicheren Stadtraum, in dem sich die Bevölkerung wohlfühlen soll.
Schatten und Kühlung
Mit dem Klimawandel erhöht sich der Bedarf an schattigen und kühlen Verweilorten in der Stadt. Die Stadt Innsbruck hat am Bozner Platz 31 klimafitte Bäume (Gleditschien) im Schwammstadtsystem gepflanzt, also mit viel Raum für ihre Wurzeln und einem Boden, der Regenwasser versickern und bei Bedarf wieder verdunsten lässt. Das sorgt für Vitalität und schnelleres Wachstum der schattenspendenden Bäume. Zudem tragen die Bäume zu einer besseren Luftqualität bei. Weitere Kühlung am Platz schaffen Wasserflächen und versickerungsoffene Bereiche. Der Anteil an unversiegelten Flächen wird insgesamt um 43 Prozent erhöht. Gemäß einer Klimasimulation (Greenpass) lässt sich die gefühlte Temperatur nach 20 Jahren, also wenn die Bäume ausgewachsen sind und ihr volles Blätterdach entfalten, um 18 Grad senken.
Weniger Durchzugsverkehr
Der Bozner Platz wird als Begegnungszone gestaltet und stellt damit die Nutzung durch die Menschen in den Vordergrund. Auf dem Platz gibt es für den Fußverkehr vielfältige Möglichkeiten zur Straßenquerung. Das schafft Frequenz und sorgt für Belebung. Der Durchzugsverkehr über den Bozner Platz wurde eingedämmt. Die Verkehrsanbindung der nahegelegenen Innenstadt-Garagen sowie die Erreichbarkeit der Gebäude am Platz für Anwohnende und Lieferungen bleiben selbstverständlich gewährleistet. Das Entfernen der Ampeln ermöglicht fließenden Verkehr ohne Rückstau. Ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern in der Begegnungszone sorgt für ein sicheres Miteinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmenden.
Weitere Informationen zum Projekt:
Stand
Die Neugestaltung wurde mit Ende des Jahres 2025 abgeschlossen. Im April gibt es ein Eröffnungsfest unter dem Motto "Bella Primavera".
Beteiligung
Nach Abklärung der politischen Zielsetzungen und Formulierung der Rahmenbedingungen für die Auslobung des Realisierungswettbewerbes wurden diese im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Jänner 2020 den Anrainer:innen und Wirtschaftstreibenden vorgestellt.
Das Wettbewerbsergebnis wurde im Frühjahr 2021 in einer zweiwöchigen öffentlichen Ausstellung präsentiert. Nach Durchführung von Detailplanungen erfolgte im Herbst 2022 eine weitere Projektinformation für Wirtschaftstreibende.
Kosten
Die veranschlagten Gesamtkosten belaufen sich auf 8,99 Millionen Euro.
Kontakt
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