Gedenkort Reichenau

Im Bereich des ehemaligen NS-Lagerkomplexes errichtet die Stadt Innsbruck eine Gedenkstätte, die an die dort getöteten und inhaftierten Menschen erinnert.

Visualisierung eines Pavillons mit Menschen neben einem Radweg

Visualisierung des Pavillonentwurfs der Werkgemeinschaft Heike Bablick · Ricarda Denzer · Karl-Heinz Machat · Bettina Schlorhaufer · Hermann Zschiegner © Martin Perktold

Zeitgemäßes Erinnern

Von 1941 bis 1945 wurden im Arbeitserziehungslager Reichenau circa 8500 Menschen unter unmenschlichen Lebensbedingungen inhaftiert. Bisher sind 115 Personen namentlich bekannt, die die Willkür und Gewalt im Lager nicht überlebten. Da die bisherige Gedenkstätte aus den 1970er Jahren nicht mehr den Ansprüchen an eine zeitgemäße Erinnerungskultur entspricht, wurde nach intensiver zeitgeschichtlicher sowie archäologischer Forschung im Februar 2023 ein internationaler  Wettbewerb zur Errichtung eines neuen Gedenkortes ausgelobt. Aus dem zweistufigen Wettbewerbsverfahren ging letztendlich am 26. April 2024 das Projekt der Arbeitsgemeinschaft Bablick/Denzer/Machat/Schlorhaufer/Zschiegner als Siegerprojekt hervor.

Dieses umfasst nicht nur die Umsetzung baulicher Strukturen wie etwa einen Pavillon oder ein so genanntes Erinnerungsufer mit Gedenksteinen für jede namentlich bekannte getötete Person. Ergänzend dazu werden auch eine digitale Präsentation des Projektes auf einer Website, ein Audiowalk sowie didaktisches Material geschaffen. Das Siegerprojekt wird ab Mitte 2025 mit Co-Finanzierung durch Bund, Land Tirol und andere Fördergeber umgesetzt. 

Stand

115 Namenssteine wurden versetzt und werden demnächst graviert. Die Ausschreibung der Pflasterung ist erfolgt. Phase 1 des Baus soll Mitte 2026 fertiggestellt sein.

Parallel dazu wurde die Umsetzung von Phase 2 im Gemeinderat eingebracht und beschlossen und die Beauftragung der Tragwerksplanung für den Pavillon ist erfolgt. 

Beteiligung

Von Mai bis Herbst 2025 fand eine vierteilige Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Universität Innsbruck statt (Veranstaltungen zu „Tirol erinnert“ | Land Tirol).

Kosten

Die Kosten belaufen sich insgesamt auf 1,28 Millionen Euro, davon werden 840.000 Euro von der Stadt Innsbruck getragen. 

Kontakt

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag:
8.00-12.00 Uhr und 14.00-16.00 Uhr

Freitag:
8.00-12.00 Uhr