Welche Projekte gegen den Klimawandel und für die Anpassung gibt es in Innsbruck?
„Baumscheiben“ – Blühende Inseln
Im Frühjahr 2021 startete eine Mitmach-Aktion der Stadt, die Bürger:innen die Gelegenheit bietet, eine eigene grüne Insel in Innsbruck zu gestalten. Unter dem Motto „Garteln vor der Haustüre“ dürfen Bewohner:innen kleine Flächen und Stellen rund um Bäume – sogenannte Baumscheiben – im öffentlichen Raum nach eigenen Vorstellungen bepflanzen. Mitmachen können alle, die zur Verschönerung der Stadt beitragen wollen. Einzige Bedingung: Zeit für die regelmäßige Betreuung und die Bereitschaft, die Gestaltung der bunten Insel zu übernehmen.
Nähere Informationen und den Folder gibt es in allen Stadtteiltreffs, sowie beim Referat Stadtgartenverwaltung
cool-INN & COOLYMP: Kühle urbane Lebensräume
Coole Plätze für ein cooles Innsbruck. Zur Abkühlung sogenannter Hitzeinseln gibt es in der Stadt Innsbruck bereits zwei Projekte: cool-Inn & COOLYMP.
cool-INN
cool-INN wurde von der Stadt Innsbruck, der IKB, der Universität Innsbruck und der Uni für Bodenkultur in Wien (BOKU) bereits umgesetzt. Ziel war es, eine verbesserte Aufenthaltsqualität des Platzes und des Parks beim Messe-Gelände in der Ing-Etzel-Straße zu erreichen. Im Dezember 2021 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen und bereits im Sommer 2022 wurde der Park durch zahlreiche Veranstaltungen belebt (KlimaSalon).
COOLYMP
Klimafit soll auch der DDr. Alois-Lugger-Platz (COOLYMP) im Zentrum des Olympischen Dorfes unter Einbindung der Bevölkerung, den ansässigen Vereinen und Betrieben gestaltet werden. Dabei wird auch der angrenzende Olympiapark in die Planungen mit einbezogen. Die besondere Herausforderung liegt darin, dass der Platz vollständig von einer Tiefgarage unterbaut wird, wodurch innovative Ideen seitens der Bevölkerung mit Hilfe von technischem und wissenschaftlichem Know-how gefragt sind. Das Projektteam besteht aus Vertreter:innen der IIG, der ISD, Universität Innsbruck und der Stadt Innsbruck und wird für drei Jahre im Rahmen des Projektes „Leuchttürme für resiliente Städte 2040“ des österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert. Projektstart war der 1. August 2022.
e5-Gemeinde
Innsbruck ist seit 2013 Partner im e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden und ist damit Teil eines großen österreichischen Netzwerks von 287 Gemeinden aus sechs Bundesländern. Auch auf europäischer Ebene besteht dieses Netzwerk im Rahmen des European Energy Awards.
Energiewende und Klimaschutz sind die Ziele des e5-Programms, die von Gemeinden in den Bereichen Entwicklungsplanung, kommunale Gebäude, Energielösungen sowie Mobilität und Kommunikation umgesetzt werden. Die Aktivitäten werden alle vier Jahre durch eine externe Kommission bewertet und – vergleichbar mit den „Hauben“ in der Gastronomie – mit bis zu fünf „e“ ausgezeichnet.
Die aktuelle Auditierung fand 2026 statt. Durch eine österreichweite Änderung des Maßnahmenkatalogs wird noch mehr Wert auf messbare Ergebnisse der Arbeit für Energiewende und Klimaschutz der e5- Gemeinden gelegt. Mit einem Umsetzungsgrad von 69,6 Prozent und damit mit 4e ausgezeichnet, konnte Innsbruck trotz des neuen, strengeren Bewertungskatalogs 4e halten.
Das Ergebnis des e5-Audits:

Mit einem Umsetzungsgrad von 69,6 Prozent wird Innsbruck mit 4e ausgezeichnet.© Energieagentur Tirol
Im Rahmen des Audits wurden in den 6 Handlungsfeldern unter anderem folgende Vorbildprojekte hervorgehoben:
Entwicklungsplanung und Raumordnung
- Umfassende Planungen im Bereich Mobilität und Verkehr
- Beschluss zur Erarbeitung eines Klimaneutralitätsfahrplanes durch das Amt für Klimaneutrale Stadt und das Pionierstadtteam
Kommunale Gebäude und Anlagen
- Erhebung und Kenntnis der Energieverbrauchsdaten in öffentlichen Gebäuden
- Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED schon 2020 abgeschlossen – mehr als 10.000 effiziente Lichtpunkte
Versorgung und Entsorgung
- Nutzung der Potenziale erneuerbarer Energieerzeugung auf Gemeindegebiet
Mobilität
- Sehr gutes Öffi-Angebot auf dem Gemeindegebiet
- Überarbeitung der Stellplatzrichtlinie
- Stadtrad als Erfolgsmodell – mehr als 1,2 Millionen Ausleihen 2025
Interne Organisation
- Organisationsstrukturen und Zuständigkeiten geklärt – Zusätzlich Besetzung wichtiger Themenfelder
- Beschluss zur nachhaltigen Beschaffung 2025 gefasst
Kommunikation und Kooperation
- Umfassende Angebote im Bereich Bürger:innenbeteiligung
- Energieförderungen im Auditzyklus: 14 Euro pro Einwohner:in und Jahr
Einzugsbegleitung XL – Nachhaltiges Wohnen
Die Stadt Innsbruck begrüßt seit 2020 künftige Mieter:innen einer Stadtwohnung in Innsbruck. Damit diese auf die Übersiedlung vorbereitet sind und sich in ihrer neuen Wohnung gleich wohlfühlen, unterstützt sie die Referat Bürger:innenbeteiligung und partizipative Stadtgestaltung mit der „Einzugsbegleitung XL“. In Workshops bekommen die neuen Bewohner:innen praktische und einfache Tipps zum nachhaltigen Wohnen und guter Nachbarschaft.
Die Einzugsbegleitung XL hat im Jahr 2020 den ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie „Nachhaltige Kommune“ gewonnen. Mehr Infos gibt es im Referat Bürger:innenbeteiligung und partizipative Stadtgestaltung.
Energieplan: Energieautonomie 2050
Zu Beginn der strategischen Planungen stand bereits ab 2010 der Innsbrucker Energieplan, der mittlerweile aktualisiert wurde und als Zielszenario die Energieautonomie 2050 anstrebt.
Europan Innsbruck
Europan ist ein Ideenwettbewerb durch den innovative Strategien für europäische Städte gefunden und umgesetzt werden sollen. Auf der Plattform reichen junge Fachleute der Stadt-, Landschafts- und Architekturplanung ihre Ideen ein. Auch für Innsbruck wurde ein solcher Ideenwettbewerb für den Bereich Innbrücke über Marktplatz bis hin zur Universitätsbrücke umgesetzt und zahlreiche Ideen prämiert.
EU-FP 7 Projekt Sinfonia (2014-2020)
Das Sinfonia Projekt „Smart Cities & Communities“ mit über 30 Partner:innen aus acht Ländern ist bereits abgeschlossen. In der Stadt Innsbruck wurden dabei energiesparende Maßnahmen in Stadtteilen ausprobiert. So sammelte unter anderem die IKB Erfahrungen in den Bereichen moderne Kraft-Wärme-Kopplung, Solarthermie, Wärme-Kältespeicher, Wärmepumpen zur Nutzung lokaler Abwärmequellen oder Wärmeversorgung über Fernwärmenetze. Abgewickelt wurde das Projekt von der Standortagentur Tirol.
Gebäudeinventar nach dem Tiroler Energieeffizienzgesetz (TEffG)
Am 10. Oktober 2023 ist die Neuerlassung der EU-Energieeffizienzrichtlinie in Kraft getreten. Das Land Tirol hat die Richtlinie mit März 2026 als Tiroler Energieeffizienzgesetz in Landesrecht umgesetzt.
Ziel des Gesetzes ist es, die Energieeffizienz im Land Tirol zu steigern und damit die Erreichung der Energieautonomie 2050 in Tirol und des europäischen Klimaneutralitätsziels bis 2050 zu unterstützen.
Nach Paragraf 7 des Tiroler Energieeffizienzgesetzes sind öffentliche Einrichtungen verpflichtet, ein Gebäudeinventar zu erstellen und zu veröffentlichen. Dieses Inventar umfasst Informationen über gemeindeeigene konditionierte Gebäude (Nutzung und/oder Eigentum) mit einer Nutzfläche von mehr als 250 m².
Die Veröffentlichung dient der Transparenz und soll die Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz im öffentlichen Gebäudebestand fördern.
Die Daten im Gebäudeinventar werden regelmäßig aktualisiert.
Innsbrucker Stadtklimaanalyse und Anpassungsstrategien
INN’F4UM – Innsbrucks Fit4Urban Mission
Bei INN’F4UM werden Maßnahmen erarbeitet, die Innsbruck bis 2030 klimaneutral machen können. Diese reichen von Bestandssanierungen, weiterer Nutzung versiegelter Flächen zur Energieproduktion etwa mittels Photovoltaik und vermehrter Nutzung von Infrastruktur.
Innsbruck als Klimabündnis Gemeinde
Innsbruck ist Teil einer globalen Partnerschaft zum Schutz des Klimas und hat sich damit das Ziel gesetzt, Treibhausgasemissionen durch die Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Energie, Boden, Beschaffung und Ernährung sowie Klimawandelanpassung zu reduzieren.
Klimafitter Wald
Fichtenmonokulturen gehören der Vergangenheit an. In Zukunft setzt Innsbruck auf naturnahe, laubholzreich, tiefwurzelnde Bäume. Mit Laubholz wie Kirsche, Nuss, Eiche, Ulme oder Ahorn werden Innsbrucks Wälder strukturreich und klimafit. Zusätzlich setzen die Waldförster:innen auf Waldhygiene, um Schädlingen wie den Borkenkäfer zu verringern - beispielsweise indem Nutz- und Schadholz schnell aus dem Wald befördert wird. Mit diesen Maßnahmen werden Bodenerosion, Schneebruch, Sturmschäden und Schädlinge begrenzt.
Klimaneutraler Stadtmagistrat
Aktuell wird ein Konzept für einen klimaneutralen Stadtmagistrat erarbeitet. In diesem sind derzeit vier Handlungsfelder als Schwerpunkte definiert (Mobilität, Gebäude, Beschaffung, Events). Für den Magistrat wird momentan ein betriebliches Mobilitätsmanagement mithilfe externer Unterstützung erstellt. Bei der IIG werden Maßnahmen zum klimaneutralen Gebäudemanagement erarbeitet.
Maßnahmen gegen Hitze
Hitze wird zur Herausforderung: Erfahren Sie hier, was die Stadt Innsbruck dagegen tut und wie Sie sich selbst schützen können:
Mission Kellercheck
Kostenlose Dämm-Sets für Innsbrucker Haushalte
Mit der „Mission Keller-Check“ motivieren Land Tirol und Energieagentur Tirol in Kooperation mit der Stadt Innsbruck und weiteren Partnern Haushalte dazu, ungedämmte Heizungs- und Warmwasserrohre im Keller zu isolieren. Bis zu 100 Innsbrucker Haushalte erhalten dafür kostenlose Dämm-Sets und eine umfassende Anleitung zur Umsetzung.
Einfache Maßnahme mit großer Wirkung
Energie sparen beginnt oft mit einfachen Maßnahmen, die sich beim Haushaltsbudget und beim Klimaschutz bemerkbar machen.
Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserrohre geben laufend Wärme an die Umgebung ab. Dadurch geht Energie verloren, die von der Heizung zusätzlich bereitgestellt werden muss. Mit einer Rohrdämmung lassen sich Wärmeverlust und Heizkosten deutlich reduzieren.In einem Einfamilienhaus können dadurch bis zu 100€ Heizkosten im Jahr eingespart werden. Die Dämmung können Heimwerker:innen unkompliziert selbst umsetzen. Wichtig ist, alle warmen Heizungs- und Warmwasserleitungen im Keller zu dämmen und nicht nur einzelne Rohrabschnitte. Besonders bei Bögen, Armaturen und frei zugänglichen Leitungen geht oft unnötig Wärme verloren. Am einfachsten gelingt die Dämmung zu zweit.
In wenigen Schritten zum Dämm-Set
Die Teilnahme an der Aktion ist einfach: Interessierte Haushalte fotografieren ihre ungedämmten Rohrleitungen, messen die erforderlichen Rohrlänge und Bogendimensionen und erhalten anschließend kostenlos das passende Dämm-Set nach Hause geliefert. Nach der Montage wird ein Foto des Ergebnisses hochgeladen.
Energie sparen und gewinnen
Zusätzlich haben alle Teilnehmenden die Chance auf attraktive Gewinne. Als Hauptpreis wird unter allen Teilnehmenden aus Tirol ein E-Roller NIU NQiX 500 verlost. Für Teilnehmende aus Innsbruck stellt die Stadt Innsbruck zusätzlich ein Klimaticket Österreich zur Verfügung
Energiewende zum Mitmachen
Die Aktion läuft bis 30. Juni 2027. Insgesamt werden kostenlose Dämm-Sets für bis zu 100 Innsbrucker Haushalte vergeben – zur Verfügung gestellt von Steinbacher Dämmstoffe. Jetzt Rohrleitungen im Keller dämmen, Energieverluste vermeiden und dauerhaft Heizkosten sparen: Solange der Vorrat reicht können Sie sich unter www.tirol2050.at/keller-check/ Ihr Dämm-Set sichern:
Projekte der Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB)
Projekte der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB)
Projekte der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG)
Smart City
Mit Smart-City werden die Ressourcen geschont, die Zusammenarbeit gestärkt und die Lebensqualität verbessert.
Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis der Stadt Innsbruck
Die Stadt Innsbruck schreibt alle zwei Jahre den Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis aus. Gefragt sind dabei Projekte bzw. Projektkonzepte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Wer darf einreichen?
- Junge Ideen: Kinder-, Jugendliche, Kindergärten, Schulen/Schüler:inen, Student:innen, Lehrlinge bzw. sämtliche Bildungseinrichtungen, Eltern-Kinder-Teams u.ä. der Stadt Innsbruck
- Gesehen, gedacht, gemacht: Bürger:innen/Privatpersonen sowie ortsansässige Vereine/Initiativen der Stadt Innsbruck
- Wirtschaften für morgen: Betriebe, Institutionen, Genossenschaften sowie Unternehmen mit einer Geschäftsniederlassung im Stadtgebiet Innsbruck
Weitere Informationen über die Einreichbedingungen können Sie der Vergaberichtlinie entnehmen.
Die Einreichung für den Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2026 war bis 31. Dezember 2025 möglich. Sie konnten ganz einfach über unser Online Formular einreichen.
Was gibt‘s zu gewinnen?
Der Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis der Stadt Innsbruck ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.
Das Preisgeld wird zu je 5.000 Euro unter den Gewinner:innen in den Kategorien Junge Ideen und Gesehen, gedacht, gemacht aufgeteilt. Die Kategorie Wirtschaften für morgen erhält kein Preisgeld, ist aber wie alle Preisträger:innen zur Führung der Bezeichnung Träger:in des Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises der Stadt Innsbruck 2026 berechtigt.
Ihre Ideen sind gefragt! Mitmachen zahlt sich in jedem Fall aus!
Verkehrsmasterpläne
Im Bereich Mobilität setzt die Stadt Innsbruck auf den Ausbau von Öffentlichem, Rad- und Fußverkehr.
- Der Masterplan Radverkehr 2030 wurde bereits beschlossen. Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern. Maßnahmen sind unter anderem der Ausbau eines lückenlosen Radwegenetzes. Mehr Infos gibt es unter: Fahrrad
- Der Masterplan Gehen wird aktuell ausgearbeitet. Mehr Infos gibt es unter: Fußgänger:innen
- Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs schreitet in Form der Regionalbahn und dem Ausbau des Straßenbahnnetzes voran. Begegnungszonen - nicht nur bei Neugestaltung von öffentlichen Plätzen - werden sukzessive errichtet. Aktuell stehen folgende Straßenraumgestaltungen auf dem Programm: Rennweg/Universitätsstraße, Bozner Platz, S-Bahn-Haltestelle Messe und Michael-Gaismair-Straße.
Diese Maßnahmen sollen das Auto als Fortbewegungsmittel in der Innenstadt überflüssig machen.