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Innsbrucks Entwicklung zum Tourismusort

Die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Innsbruck und zwar in der Begriffsdefinition, wie wir sie heute kennen, setzte erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein. Zunächst war Innsbruck, gelegen an der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Achse, für den Transitverkehr von Bedeutung. Dies erklärt auch die fortwährenden Bemühungen der Landesobrigkeit, die Verbindungswege auszubauen und zu verbessern. Durch eine Intensivierung der deutsch-italienischen Beziehungen im 10. Jahrhundert kam es dabei zu einer Verdichtung des Verkehrs über die Alpen. Auch Marketingstrategien ändern sich ... (Foto:StAI Ph-31020, um 1930)Innsbruck wusste in der Folge die Gunst seiner geographischen Lage zu nutzen und wuchs bereits nach der Stadtgründung im Mittelalter zu einer Verkehrssiedlung an. Für die Bürger der Stadt Innsbruck war es dabei möglich, durch verliehene Rechte wie z.B. das Niederlagsrecht 1) und diverse Zollbegünstigungen aus dem ansteigenden Verkehrsaufkommen einen erheblichen Nutzen zu ziehen. So waren in Innsbruck Reisende aus nah und fern anzutreffen. Auch das Nachlassen der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Mittelmeerraum hatte dabei keinen weit reichenden Einfluss auf die Stadt. Ein Ausgleich wurde seit der Zeit Friedrichs mit der leeren Tasche (1382 – 1439) in der Bestimmung Innsbrucks zur Residenzstadt und zum Verwaltungszentrum geschaffen.

Für Innsbruck war das Verkehrswesen eine der wichtigsten Lebensgrundlagen und aus diesem wirtschaftlichen Faktor bildete sich in der Neuzeit der Fremdenverkehr aus. In diesem Zusammenhang stellte der Bau der Eisenbahn im Verlauf der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine durchgreifende Veränderung dar. Für Innsbruck wurde durch den Anschluss an das internationale Eisenbahnnetz der Fremdenverkehr zu einem Hauptelement des städtischen Wirtschaftslebens. Diese technische Errungenschaft, die erhöhte Motorisierung des Verkehrs auf den Straßen und der Ausbau des Innsbrucker Flughafens zusammen mit der günstigen geographischen Lage der Stadt als Schnittpunkt europäischer Fernverkehrslinien, waren Voraussetzungen für die positive Entwicklung des Fremdenverkehrs. Einen erheblichen Beitrag dazu lieferte auch das zunehmende Interesse an der Tiroler Landschaft und seinen Bewohnern. Die entstehende Begeisterung für die Bergwelt und das Aufkommen des Skilaufes stellten ein wesentliches Motiv für eine Reise nach Tirol dar. Daneben lockte auch das kulturelle Angebot zahlreiche Besucher für Kurzaufenthalte nach Innsbruck. Zunächst übersah man aber die Bedeutung des Fremdenverkehrs für die Wirtschaft, woraus sich der Umstand erklärt, dass bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts keine einheitliche Organisation zur Förderung des Fremdenverkehrs vorhanden war.

1888 wurde eine städtische Kommission zur Hebung des Fremdenverkehrs eingesetzt. Der Fremdenstrom nach Innsbruck nahm im Verlauf der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts immer größere Ausmaße an, sodass Touristen reichlich Mühe hatten, in der Reisesaison eine Unterkunft zu finden. Auch Igls entwickelte sich seit dieser Zeit zu einem stark besuchten "Sommerfrischort". In der Folge wurde die Ermittlung exakter Zahlen und der Herkunftsländer der Fremden durch eine Änderung der Meldevorschriften gefordert.


Nicht nur Touristen fuhren hier erstmals Ski (Foto: StAI Ph-26540)Lange Zeit war der Sommertourismus der Schwerpunkt, auf dem der heimische Fremdenverkehr ruhte. Bald hielt aber auch der Wintertourismus in Tirol und damit in Innsbruck Einzug. Intensivst wurde an der Steigerung des Fremdenverkehrs gearbeitet und dies mit Erfolg. Noch vor dem Ersten Weltkrieg nahmen die Fremdenmeldungen in Innsbruck kontinuierlich zu. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die bis 1915 vorgenommenen Eingemeindungen für die Fremdenverkehrsstatistik unberücksichtigt bleiben können, da sowohl Wilten als auch Pradl für den Fremdenverkehr von geringer oder gar keiner Bedeutung waren. Nach Ausbruch des Krieges erfolgte der Zusammenbruch des Fremdenverkehrs und auch in den Jahren nach dem Krieg, die geprägt waren von Not, Hunger und wirtschaftlicher Instabilität, blieb ein Großteil der Gäste aus. Dabei blieb während der Kriegs- und Nachkriegsjahre auch die statistische Erhebungstätigkeit aus.

Erst 1923 wurde die amtliche Fremdenverkehrsstatistik wieder aufgenommen. Im selben Jahr nahm die städtische Verkehrssektion in Innsbruck ihre Bemühungen auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs wieder auf. In Zusammenarbeit mit den Initiativen des Landesverkehrsamtes und zahlreicher Einzelinteressenten gelang es, dass der Fremdenverkehr der Tiroler Landeshauptstadt wieder belebt werden konnte. Bereits 1926/27 konnte die Zahl der Fremdenmeldungen von 1913 überschritten und 1929 ein erster Höhepunkt der Besucherzahlen erreicht werden.

Einen schweren Rückschlag erfuhr der Tiroler Fremdenverkehr 1931 durch die Einführung der 100 Marksperre 2). Führte diese Maßnahme zu einer Verringerung der reichsdeutschen Besucher, so kam es durch die 1933 eingeforderten 1.000 Mark zu einem gänzlichen Zusammenbruch des Fremdenverkehrs. Erholung brachte erst die Aufhebung der Marksperre am 28. August 1936. Die letzten Jahre der politischen Selbstständigkeit Österreichs waren erneut von einem Anstieg des Fremdenverkehrs gekennzeichnet. Bereits 1938 konnten wieder Rekordzahlen erreicht werden. Mit der Zeit des Zweiten Weltkrieges gingen die Fremdenmeldungen zurück, die Aufenthaltsdauer hingegen stieg an. In den ersten Kriegsjahren erfreute sich Tirol und seine Landeshauptstadt als sicherer Hort reger touristischer Beliebtheit. Erst als auch Tirol die Auswirkungen des Krieges zu spüren bekam, brach der Fremdenverkehr ab.
 

Sightseeing in der Innsbrucker Altstadt (Foto: StAI KR/NE-2246, um 1955)Die Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde allerdings relativ rasch überwunden. Bereits 1954 konnten die Rekordzahlen von 1929 überschritten werden. Stetig stiegen nun die Zahlen der Ankünfte und Übernachtungen an. Auch die Fremdenunterkünfte mehrten sich in dieser Zeit. Seit 1953 hielt in Innsbruck die Modeerscheinung der Camping- und Zeltplätze Einzug. In diesem Zusammenhang kam es zu einer deutlichen Zunahme der Nächtigungszahlen. Blieben die Gäste bisher nur für einen kurzen Aufenthalt in Innsbruck, so nahm die Verweildauer bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts merklich zu. Eine weitere Veränderung zeichnete sich auch in der saisonbezogenen Schwerpunktsetzung des Tourismus ab. So löste allmählich die Wintersaison die Sommersaison als Hauptreisezeit ab. Eine mögliche Ursache dafür mag in der zunehmenden Beliebtheit der Mittelmeerländer in Verbindung mit dem Einsetzen des Charterflugverkehrs liegen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts hatte sich diese Möglichkeit, ferne Länder zu akzeptablen Preisen zu bereisen, auch auf die Wintersaison ausgewirkt.

1) Seit 1239 verfügte Innsbruck über das Niederlagsrecht. Demnach durften Waren, die durch Innsbruck geführt wurden nur an diesem Ort über Nacht eingelagert werden. Zu diesem Zweck wurde ein sogenanntes Ballhaus an der westlichen Ecke Herzog-Friedrich-Straße/Kiebachgasse angelegt. Hier hatten Kaufleute die Möglichkeit ihre Waren gegen die Entrichtung einer Gebühr einzulagern.

2) Durch die Errichtung der 100 Marksperre hatte jeder reichsdeutsche Besucher für die Ausreise aus Deutschland einen Betrag von 100 Mark zu entrichten.

 

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Innsbrucker Beherbergungsbetrieben
Entwicklung des Innsbrucker Beherbergungsgewerbes
Entwicklung des Innsbrucker Beherbergungsgewerbes - Grafik
 

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