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stadt_potenziale innsbruck

Kunst- und Kulturinnovationsförderung der Stadt Innsbruck

Mit „stadt_potenziale" initiierte die Stadt Innsbruck einen auf zeitgenössische Kunst und Kulturarbeit ausgerichteten Fördertopf, der seit Herbst 2007 jährlich ausgeschrieben wird. Inhaltlich wendet sich die Ausschreibung an Kunst- und Kulturprojekte, die sich mit Urbanität bzw. Stadt als kulturellen Raum und Innsbruck im Speziellen auseinandersetzen.

Ziel ist die Förderung von Arbeiten und Projekten, die innovativ und qualitätvoll relevante Aspekte und Fragen gelebter Urbanität mit den Mitteln von Kunst und Kultur bearbeiten – im Sinne eines offenen Prozesses, der unterschiedliche Kulturauffassungen gleichzeitig zulässt und daraus die „Interpretation einer Stadt“ aus den verschiedensten Sichtweisen generiert. „stadt_potenziale“ will diese künstlerischen Potenziale aktivieren und fördern, um so den städtischen Kulturraum Innsbruck als einen lebendig-öffentlichen, kommunikativen und partizipativen Ort der spannungs- und facettenreichen Befassung mit seinen Gegebenheiten, Möglichkeiten, Problemen, Nischen, Fehlstellen, Fantasien usw. zu forcieren.

stadt_potenziale innsbruck 2018

Die Jurysitzung fand am 07. Februar 2018 statt.
Folgende Projekte wurden von der Jury ausgewählt:

Literaturclub Cognac & Biskotten (€ 5.000,00)
„Die literarische Wundertüte“ – Thema „Wunder?“
Die 41. Ausgabe des Literaturmagazins widmet sich 2018 dem Thema Wunder. Wer glaubt noch an Wunder? Gibt es heutzutage noch Wunder? Was ist ein Wunder? Historisch beleuchtet geht es um erstaunliches und ungewöhnliches, früher häufig in Sammlungen sogenannter Wunderkammern zu finden. Daher ist der Präsentationsort des Projektes die Wunderkammer des Schloss Ambras. Street-Art trifft Renaissance, Underground auf Hochkultur. Formen der Präsentation sollen Live-Lesungen, - Performances- und Musik sein.
Zeit: Februar 2018 - Dezember 2018

Kunstverein Sabotage (€ 9.000,00)
FAR a DAY

Im Herbst 2018 wird in einem neuen temporären Kunstraum in innsbruck die weltweit erste Offline Oase mit einer breiten Öffentlichkeit eröffnet werden. Die künstlerische Skulptur FAR a DAY von Robert Jelinek dient als funktionell veranschaulichbares Manifest für dort künftig stattfindenden Diskurs, unseren Umgang mit Kommunikation und Aspekten unseres städtischen Zusammenlebens. Denn, das architektonische Skelett im FAR a DAY schirmt jede elektrische Strahlung von außen ab und man ist somit nicht erreichbar. Die künstlerische Skulptur wird nur am Display an Mobiltelefonen, Ipads oder Laptops der BesucherInnen sichtbar – und zwar als „Balken ohne Empfang“.
Zeit: Herbst 2018

Hans Jürgen Poetz (€ 3.700,00)
3.5.1945

Zur Erinnerung, welche Auswirkungen mutige Handlungen von wenigen Einzelnen auf viele andere haben können, taucht das Datum des 3.5.1945 als ortsspezifische Skulptur aus großen Ziffern im Innsbrucker Stadtraum auf – Denkmal der Vergangenheit und Waffe der Gegenwart. Auf diese Weise erfährt eine Geschichte von Courage, di ja zumeist im Stillen passiert, allgemeine Aufmerksamkeit. Nur sehr wenige all dieser kleinen Begebenheiten, die zusammen das Gefüge des Weltenlaufs bilden, sind bekannt, da die öffentliche Wahrnehmung begrenzt und das historische Bewusstsein vergesslich ist. Zur Vernetzung von Menschen und Geschichte entsteht als Ergänzung zum Projekt eine Website, die als Informations- und offene Kommunikationsplattform dient.
Zeit: Mai 2018/Mai 2019

Andi Stecher, Katharina Ernst (€ 2.500,00)
?x? (griechisch: Echo)

Schlagzeugaufnahmen in der Natur, in und um Innsbruck, basierend auf Echos. Die professionellen Schlagzeuger Andreas Stecher und Katharina Ernst verlegen urbane Musikpraxis in die Bergwelt und testen bzw. tasten sich anhand des Widerhalls, der von Bergen und Seen zurückgeworfen wird, zu ortsspezifischen Kompositionen für Schlagzeug und percussion vor.
Teil 1: Komposition, Aufnahmen, evtl. Präsentation in situ bzw. als Installation in Innsbruck
Teil 2: Tonträgerproduktion, Veröffentlichung auf dem Berliner Label Bohemian Drips*
Zeit: Frühjahr 2018 – Frühjahr 2019

Spielraum für alle (€ 10.000,00)
Experimentierflächen als Stadtpotenzial

Städte und Regionen werden dann zukunftsfähig sein, wenn die BewohnerInnen lernfreudig sind und gesellschaftliche Probleme als eigene Gestaltungsmöglichkeiten wahrnehmen. Das Spielraum-Kollektiv will ein Zusammespiel von Experimentierflächen /FabLab + Kochlokal + Dachgarten + Multifunktionsräume) als Stadtpotenzial bereitsstellen, die neben Selbermachmentalität eine offene Haltung gegenüber Neuem bei Einzelnen – immer eingebunden in die Gemeinschaft, kultivieren. Im Mittelpunkt steht die soziale Verantwortung zeitgenössischer Kulturarbeit und Potenzial von Partizipation innerhalb Innsbrucks und Tirols auszuschöpfen. Die Räumlichkeiten sollen für einen bestimmten Zeitraum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und unter fachgerechter Begleitung allen zur Verfügung stehen.
Zeit: Frühjahr 2018

Kulturkollektiv Contrapunkt (€ 6.000,00)
„Reclaim your club!“

Techno als eine bestimmte Form eines kollektiven Lebensstils ist als urbane Musikkultur vor allem im Clubkontext verortet. Der Club dient dabei als Ort der städtischen Kanalisation von elektronischer Musik, wo Menschen Raum für Hedonismus und Eskapismus aus dem Alltag finden.
Das Projekt „Reclaim Club Culture“ will den Club als Raum für politische Auseinandersetzung und kritische Positionen gewinnen. Dafür sind vier Abende an verschiedenen Orten in Innsbruck geplant, die temporär zu einem kritischen Clubraum werden. Die Umsetzung emanzipatorischer Praktiken und Ansprüche erfordert neben Reflexionsfähigkeit und Selbstkritik, unter anderem auch eine theoretische Auseinandersetzung mit der eigenen Kulturproduktion. Daher fordern wir:“Reclaim Club Culture!“
Zeit: Frühjahr 2018 – Frühjahr  2019

Soliarts (€ 12.000,00)
Dokumentation „Auf den Straßen Innsbrucks“

Das Projekt fokussiert die Perspektive von auf der Straße lebenden personen in Hinblick auf das Nächtigungsverbot sowie weiterer Verdrängungs- und Verbotspolitiken als auch PolitikerInnen und vereine für obdachlose Personen. Es werden zehn obdach- und wohnungslose Personen dazu interviewt, wie sich ihr Leben durch die Sanktionen verändert und welche Auswirkungen gesellschaftliche Diskurse auf sie haben. Nach Drehende im Dezember 2018 wird nach drei- bis viermonatiger Nachbearbeitung der Film öffentlich gezeigt und es wird mit den Mitwirkenden eine Diskussionsrunde geben.
Zeit: bis Frühjahr 2019

Nicole Weniger (€ 7.000,00)
vulkano

Um den Patscherkofel, dem sogenannten Innsbrucker Hausberg, drehen sich einige Mythen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, beim Patscherkofel handle es sich um einen erloschenen Vulkan. Wie fest eine wissenschaftlich unbegründete Vorstellung in den Köpfen sitzen kann, wenn sie oft genug erzählt wird, verdeutlicht die Tatsache, dass bis vor ein paar Jahrzehnten der vulkanische Ursprung sogar in manchen Schulen gelehrt wurde.
Ausgehend von diesem Mythos wird ein partizipatives Projekt im öffentlichen und institutionellen Raum initiiert. In dem Projekt wird der Frage nach einer sogenannten Uridentität der InnsbruckerInnen auf den Grund gegangen bzw. wird nach ihr im Inneren des Patscherkofels gesucht.
Der Bezug zwischen Mensch und Umfeld, bzw. zwischen Stadt und Landschaft wird untersucht und medial in Form einer Performance und eines Kurzfilms dargestellt. Wie sehr identifizieren wir uns mit unserer umgebenden Landschaft? Welche Mythen spinnen sich um diese? Wie kann künstlerisch darauf reagiert und Mythen neu geformt werden?
Zeit: März – Juli 2018

Carolin Vonbank und Emad Husso (€ 4.800,00)
Warten ≠ Warten

Eine Kunstinstallation, die durch einen Kurzfilm auf den aktiven Prozess des Wartens von menschen im Asylverfahren verweisen will. Warten ist für jeden und jede von uns ein vertrauter Zustand, den wir alle i der einen oder anderen Form schon einmal erlebt haben. Asylsuchende warten jedoch teilweise über Jahre auf ein itnerview, das über den Weiterverlauf ihres Lebens entscheidet. Welchen Effekt dieser Abschnitt im Leben eines Menschen haben kann, ist vielen Außen- und auch Innenstehenden dabei nicht bewusst. Die Installation will die Auswirkungen aufzeigen, die dieser Prozess des Wartens mit sich bringen kann. Dazu soll der Film an einem ort des Wartens, des Abfahrens und des Ankommens gezeigt werden – dem Hauptbahnhof in Innsbruck. Durch die Platzierung der Installation in einem öffentlichen Raum der Begegnung soll die Thematik für ein breiteres Publikum sichtbar gemacht werden.
Zeit: Mai – Juli 2018

aut. architektur und tirol (€ 5.000,00)
Der Frachtenbahnhof als städtisches Potenzial

Wenige InnsbruckerInnen kennen das Areal, haben es besucht oder die vorhandenen Qualitäten entdeckt. Einige arbeiten dort, wie die fast 500 MitarbeiterInnen der ÖBB und der Speditionsunternehmen, und wenige nutzen das Areal als Freizeitraum oder Rückzugsort. Dieser unbekannte Raum in der Stadt soll über ein breites Kulturprogramm  im Rahmen der österreichweit stattfindenden Architekturtage 2018 in das öffentliche Bewusstsein geholt, Möglichkeiten der Vernetzung mit den angrenzenden Stadtteilen thematisiert und damit das Potenzial dieses Areals sichtbar gemacht werden.
Zentraler Veranstaltungsort soll die denkmalgeschützte Remise ein, die für die zahlreichen Programmpunkte genutzt und als Ausgangsort für Führungen durch das Areal dienen wird. Der Ort soll kulturell durch Vorträge, Ausstellungen, Filmvorführungen, eine Podiumsdiskussion sowie eine Bar, einen Food-Market und ein Konzert umcodiert und damit als zukünftiger Lebensraum erfahrbar gemacht werden.
Zeit: 08./09. Juni 2018

Jarosch Daniel and friends (€ 5.000,00)
Herz aus Stein – bettelfield Innsbruck

Es sollen 400  faustgroße Steine von der Frau Hitt geholt, bemalt und markiert werden. In Zusammenarbeit mit der Bettellobby Tirol, den Innsbrucker Streetworkern und dem Wohnungslosenheim Pradl soll ein vertrauensvoller Kontakt  zu bettelnden Menschen hergestellt werden. In der Adventzeit soll über einen angemieteten Stand zum einen Information für Interessierte und Betroffene stattfinden und zum anderen soll ein „Steinverkauf“ zu Gunsten bettelnder Menschen stattfinden. Interessierte können am Stand einen Stein erwerben und dann einer/m BettlerIn schenken. Gegen Abgabe am Stand erhält die Bettlerin/der Bettler für die Zusammenarbeit ein Honorar von € 20,- (das doppelte des Verkaufspreises). Im Frühjahr 2019 sollen die Steine gemeinschaftlich wieder zur Frau Hitt getragen werden und daraus eine Steinskulptur gemacht werden. Diese Skulptur soll ein Mahnmal gegen drohende Versteinerung sein.
Zeit: Frühjahr 2018 – Frühjahr 2019

Die Siegerprojekte aus den Vorjahren finden Sie im Archiv hier.

 

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