Schulen
Schulen
Die Stadt Innsbruck ist Schulerhalter für 21 Volksschulen, zehn Neue Mittelschulen, drei Sonderschulen und die Polytechnische Schule, an denen insgesamt ca. 7.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.
Volksschulen
Für die Volksschulen gilt die Sprengelzugehörigkeit, die Schülerinnen und Schüler werden entsprechend ihrer Wohnadresse in der jeweils zuständigen Volksschule eingeschult. Um den Anforderungen eines modernen, international ausgerichteten Bildungssektors gerecht zu werden, gibt es im Volksschulbereich zwei besondere Angebote im Schwerpunktbereich Sprachen:
An der Volksschule Innere Stadt läuft seit dem Schuljahr 2005/2006 der Schulversuch „Bilinguale Klasse deutsch/italienisch“, der sich an Kinder richtet, die über Kenntnisse der italienischen Sprache verfügen oder im Bereich der Sprachfertigkeit besondere Fähigkeiten aufweisen.
Im Herbst 2007 wurde die Innsbruck Elementary School als eigener Zweig der Volksschule Saggen-Siebererschule eingerichtet. Dieses Schulmodell mit Unterrichtssprache Englisch ist auf Kinder ausgerichtet, die Englisch entweder als Grundsprache oder Verkehrssprache beherrschen.
Neue Mittelschulen
Mit dem Schuljahr 2010/2011 wird die Neue Mittelschule in Innsbruck flächendeckend ausgeweitet: An allen zehn Standorte der Pflichtschulen für zehn- bis vierzehnjährige Schülerinnen und Schüler wird dieses innovative, zukunftsorientierte Bildungsmodell angeboten.
Die Schülerinnen und Schüler werden nach dem Lehrplan des Realgymnasiums oder Gymnasium entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit gemeinsam, aber unterschiedlich unterrichtet. Der Unterricht wird von Lehrteams erteilt, es kommen zusätzlich auch Lehrerinnen und Lehrer aus höheren Schulen zum Einsatz. Die einzelnen Unterrichtsgegenstände werden zu Lernfeldern zusammengefasst, um die Zusammenhänge besser vermitteln zu können. Es gibt flexible Kleingruppen mit besonderen Lernangeboten und Lehraufträgen. Fünf bis sechs Stunden pro Woche dienen der individuellen Förderung.
Jede Neue Mittelschule führt einen Schwerpunkt, der auf die individuellen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen eingeht. Alle Schülerinnen und Schüler der Volksschulen können sich für einen Schwerpunkt in den Neuen Mittelschulen anmelden.
Sonderschulen
Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf stehen drei Sonderschulen zur Verfügung, die individuell auf die verschiedenen Bedürfnisse eingehen. Weiters besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Integration eine Volksschule bzw. Neue Mittelschule zu besuchen.
Polytechnische Schule
Die Polytechnische Schule bereitet Schülerinnen und Schüler auf das weitere Leben und insbesondere auf das Berufsleben vor. Dabei werden die Interessen, Neigungen, Begabungen und Fähigkeiten individuell berücksichtigt, um die bestmögliche Qualifikation für den Einstieg ins Berufsleben oder aber für den Übertritt an weiterführende Schulen zu erzielen.
Nachmittagsbetreuung
Im Schuljahr 2004/2005 wurde an den Innsbrucker Pflichtschulen mit der Nachmittagsbetreuung begonnen – vorerst an vier Volksschulen mit 80 Schülerinnen und Schülern. Aus dem Schulversuch wurde eine pädagogische Erfolgsgeschichte: Im vergangenen Schuljahr wurden an 16 der 21 Volksschulen, fünf der zehn Neue Mittelschulen/Hauptschulen und zwei Sonderschulen rund 1.100 Schülerinnen und Schüler auch nach Schulschluss qualitätsvoll betreut. In einer kindgerechten Umgebung, die sich deutlich vom Schulalltag abhebt, wird von motivierten Pädagoginnen und Pädagogen eine ideale Mischung aus Lernen, Freizeit und Erholung, natürlich mit Mittagstisch, geboten. Damit wird nicht nur Unterstützung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geboten, sondern auch die Bildungschancen jener Mädchen und Buben erhöht, die zu Hause nicht die Hilfe beim Lernen bekommen, die sie brauchen.
jugend.bildung.innsbruck
Eine Einmaligkeit in Österreich stellt das städtische Bildungsprogramm jugend.bildung.innsbruck dar. Um die Innsbrucker Pflichtschulen in ihrem Bemühen um Qualität zu unterstützen, wurde gemeinsam mit dem Bezirksschulrat Innsbruck-Stadt und der Universität Innsbruck ein pädagogisches Bildungsprogramm entwickelt, das auf einen maßgeblichen Kompetenzgewinn und damit auch eine entscheidende Stärkung des Images des Pflichtschulbereiches abzielt. In der dritten Projektphase 2008-2010 arbeiteten Pädagoginnen und Pädagogen der Innsbrucker Schulen gemeinsam mit externen Experten an Impuls gebenden Themen. Viel ist dadurch in Bewegung gekommen: „Miefampeln“ im Klassenzimmer, freiwilliger Nachmittagsunterricht mit Wartelisten, weil zu viele Kinder teilnehmen wollen, lernschwache Hauptschülerinnen und Hauptschüler, die ein Theaterstück schreiben, Volksschülerinnen und Volksschüler, die wie Hundertwasser malen und eine Ausstellung organisieren – und nicht zuletzt: Die pädagogische Konzeption der Neuen Mittelschule wurde im Rahmen von JUBI entwickelt.
Im Herbst 2008 wurde das städtische Bildungsprogramm jugend.bildung.innsbruck mit dem Dr.-Fritz-Prior-Preis ausgezeichnet. Dieser Preis, von der Lehrergewerkschaft gemeinsam mit dem Landesschulrat und dem Dachverband der Elternvereine ausgeschrieben, spiegelt die breite Akzeptanz des Bemühens um Qualität unter Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern wider.
Innsbrucker Christkindleinzug
Als Gemeinschaftswerk der Innsbrucker Pflichtschulen wird seit 2004 alljährlich der Innsbrucker Christkindleinzug organisiert. Auf Initiative von Bürgermeisterin Hilde Zach wurde diese Tradition zu neuem Leben erweckt und ist heute nicht nur die größte Veranstaltung der Stadt Innsbruck für Familien im Advent, sondern in diesem Umfang einzigartig im gesamten Alpenraum.
Hunderte SchülerInnen der städtischen Pflichtschulen begleiten als Hirten und Engel, gemeinsam mit den Schafen der Arzler Bauern, das Christkind durch die abgedunkelten Straßen der Innsbrucker Innenstadt. Von der Triumphpforte bis zum Tiroler Landestheater nimmt der feierliche Zug seinen Weg und bietet so reichlich Gelegenheit, das Christkind in seinem prunkvollen Wagen und seine zahlreiche Begleiter zu bestaunen. Gesungen werden dabei traditionelle Lieder, die sich als vorweihnachtliche Klangwolke über die Innsbrucker Innenstadt legen. Als feierlicher Abschluss wird nach der Botschaft des Bischofs am Platz vor dem Tiroler Landestheater gemeinsam das „Stille Nacht“ gesungen.

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